Der Westbahnhof

Der Westbahnhof

Das im Jahr 1884 gegründete Industriequartier im Südwesten Braunschweigs wurde ursprünglich für den Güterverkehr benutzt und war über die Ringbahn mit zahlreichen weiteren Bahnhöfen verbunden.

Der Westbahnhof war ein Verschiebebahnhof mit 13 Gleisen und einer Drehscheibe. Die Strecke begann am Nordbahnhof, dem Hauptbahnhof der Braunschweigischen Landes-Eisenbahn-Gesellschaft und führte im Halbkreis um die Stadt herum zum Westbahnhof.

Im 2. Weltkrieg wurde der Westbahnhof vollkommen zerstört und durch ein neues Behelfsgebäude ersetzt. Gleichzeitig ging die Bedeutung der Eisenbahn zurück, da der Güterverkehr zunehmend auf die Straßen verlagert wurde. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Ringbahn 1986 endgültig stillgelegt wurde und der Bereich Westbahnhof seine primäre Funktion als Verkehrspunkt verlor.

Heute ist der Westbahnhof ein Gebiet, in dem sich diverse Gewerbetreibende angesiedelt haben. Zudem ist der ehemalige Westbahnhof ein Teil des Sanierungsgebietes "Westliches Ringgebiet ~ Soziale Stadt".

Mehr Infos finden Sie hier.

Das Westliche Ringgebiet

Westliches Ringgebiet

Wie kaum ein anderer Stadtteil von Braunschweig wurde das Westliche Ringgebiet durch die in der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende Industrialisierung geprägt. Das Gebiet, welches neben den Fabrikgebäuden auch Wohnviertel enthält, blieb seit den 1940er Jahren fast unverändert. Im Jahr 2007 wurde es durch die Stadt Braunschweig zu einem formal festgelegten Sanierungsgebiet erklärt und mit Hilfe eines EFRE-Förderprogramms bis zum Ende 2014 umgestaltet.

Der bedeutendste Bestandteil dieses Stadtteils ist das dortige Ringgleis: Eine Bahntrasse, die heute auf circa acht Kilometern Radfahrern und Fußgängern zur Verfügung steht.

Die im 19. Jahrhundert errichtete, ringförmige Bahnanlage mit mehreren Stationen, wie dem südlichen gelegenen Hauptbahnhof, Ostbahnhof, Nordbahnhof und Westbahnhof, diente vorrangig dazu, schwere Güter nach Braunschweig zu transportieren.

Im Jahr 1986 wurde diese Strecke endgültig stillgelegt. Bis 1994 fuhr auf Anforderung der Bühler-MIAG wöchentlich noch ein Zug über die Strecke. 

Von 2003 bis 2009 wurde die Ringbahnstraße durch den Einsatz von Braunschweigs Bürgern zum offiziellen Fußgänger- und Radfahrweg ausgebaut.

Historische Umgebung

Historische Umgebung

Neben dem Ringgleis verfügt das Areal des Westbahnhofs über zahlreiche kulturelle Elemente, für deren Erhalt sich Netzlink einsetzt. Hierzu zählt der Jödebrunnen.

Dieses alte Wasserbecken diente vor der Realisierung der zentralen Wasserversorgung als Trinkwasserspeicher zur Versorgung des Altstadtbrunnens sowie des Kohlmarktbrunnens. Der Jödebrunnen ist das älteste erhaltene Zeugnis der Braunschweiger Wasserversorgung, in der Substanz sicher immer wieder verändert und erneuert, aber immer noch original nach Lage und Umfang.

Am westlichen Rand des Jödebrunnens und zu diesem erhöht auf einer Böschung gelegen, steht ein kleines, eingeschossiges Gebäude unter steilem Walmdach mit breiten Aufschieblingen. Dieses Kontorhaus wurde 1899 für den Unternehmer Friedrich Brachvogel errichtet. Der Arbeitskreis Kontorhaus, aktiv im Rahmen der „Sozialen Stadt – Investitionen im Quartier“ im westlichen Ringgebiet, setzt sich für eine Erhaltung und sinnvolle Nutzung dieses Unikats ein.

Weitere Informationen zum Jödebrunnen und dem Kontorhaus sowie zur Fliegerhalle, der "Nichtsnutzbrücke" und zu weiteren Elementen finden Sie auf der Homepage des Westbahnhofs Braunschweig.